Zeitliche Planung und Konkretisierung

Bis zum Ende des Schuljahres 2014/2015 sollen Einigkeit über Grundanlage und das Symbolsystem hergestellt sowie erste Bausteine zur Erprobung entworfen worden sein.


Zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 sollen die beteiligten Klassen(ab Klasse 3) mit den Verfahren SELLMO und SESSKO überprüft werden. SELLMO untersucht Zielorientierung des menschlichen Verhaltens in vier Dimensionen:

                    Lernziele – wie sehr ist der Proband bestrebt, eigene Kompetenzen zu erweitern

                    Annäherungs-Leistungsziele – Wunsch, eigenes Wissen und Können zu zeigen

                    Vermeidungs-Leistungsziele – unzureichend wahrgenommene eigene Kompetenzen zu verbergen

                    Arbeitsvermeidung – möglichst wenig Arbeit bei der Erledigung von Aufgaben zu investieren


Mit den Skalen zur Erfassung des schulischen Selbstkonzepts (SESSKO) werden über vier Skalen Wahrnehmungen eigener schulischer Fähigkeiten verglichen mit Mitschülerinnen und Mitschülern (»sozial«), verglichen mit den Anforderungen (»kriterial«), verglichen mit früheren Zeitpunkten (»individuell«) sowie ohne Thematisierung einer Bezugsnorm (»absolut«), erfasst. Ihre Nutzung ist in der Beratung und Förderung insbesondere dann angezeigt, wenn vermutet wird, dass zu niedrige oder zu hohe Einschätzungen eigener Fähigkeiten mit an der Entstehung von allgemeinen Leistungsproblemen im Schulkontext beteiligt sind.

In den beteiligten Diagnose- und Förderklassen (Eingangsklassen DFK 1/1A) soll zudem das computerbasierte Verfahren FIPS (Fähigkeitsindikatoren Primarschule) zur Anwendung kommen.

Das Diagnostikum ist ein adaptiver Einzeltest, der für den Einsatz zu Beginn und am Ende der 1. Klasse entwickelt wurde. Er dient der Erfassung der Lernausgangslage beim Schuleintritt sowie der Lernentwicklung über das erste Schuljahr hinweg.


Erfasst werden in 16 Aufgabentypen folgende vier Bereiche:

(1)    Wortschatz

(2)    Lautbewusstheit

(3)    Lesen

(4)    Mathematik

Sowie optional

(5)    Kurzzeitgedächtnis

(6)    Schulrelevante Persönlichkeitsaspekte (wie Einstellung zu schulischen und schulrelevanten Aktivitäten, Verhalten, personale und sozial-emotionale Entwicklung)

Interessant dabei dürften insbesondere die Punkte (5) und (6) sein. Diese können in Anlehnung an den SESSKO und SELLMO durch ein systematisiertes Beobachtungsraster ergänzt werden.


 

Mit Beginn des Schuljahres 2015/2016 sollen die bereits entwickelten Bausteine zum Einsatz kommen, revidiert und dem Lernfortschritt der Kinder vorauslaufend systematisch weitere Bausteine entwickelt werden. Zum Halbjahr ist eine weitere Testung der beteiligten Klassen vorgesehen sowie eine Evaluation der bisherigen Arbeit im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft. Zum Ende des Jahres erfolgt eine weitere Evaluation und eine Entscheidung darüber, in welcher Form und in welchem Umfang im Schuljahr 2016/2017 die Arbeitsgemeinschaft fortgesetzt wird.

Die Universität Würzburg übernimmt die Aufgaben der Evaluation, die Beratung und Begleitung der Arbeitsgemeinschaft sowie die Auswertung der Test- und Beobachtungsverfahren und die Dokumentation des Kooperationsprojekts. Vorgesehen ist eine gemeinsame Veröffentlichung, welche die Entwicklung und die Ergebnisse dokumentiert.

 

Quellen

·         Ralf Girg, Ulrike Lichtinger, Thomas Müller (2012): Lernen mit Lernleitern. Immenhausen. Prolog-Verlag.

·         Thomas Müller: Mit mir geht was weiter…. Zur Arbeit mit der MultiGradeMultiLevel-Methodology und ihren Lernleitern an der St. Vincent-Schule. In: Fördermagazin 3/2012. Berlin Oldenbourg-Verlag

·         Thomas Müller: Erfahrungen mit dem konkreten Einsatz der Lernleiterarbeit in der Grundschulstufe der St. Vincent-Schule. In: Fördermagazin 3/2012. Berlin Oldenbourg-Verlag

·         Sara Schnur, Thomas Müller (2013): Möglichkeiten und Grenzen für den Unterricht bei verhaltensauffälligen Kindern. Würzburg: Edition freisleben

·         Roland Stein, Alexandra Stein (2014): Unterricht bei Verhaltensstörungen. Bad Heilbrunn. Klinkhardt UTB S. 170-175